Persönliches
Naheliegend, mögen manche sagen. Werbetexter sind es schließlich gewohnt, über Einkaufszettel, Kalendereinträge und E-Mails hinaus auch solche Texte zu verfassen, nach denen mehr als nur ein Hahn kräht. Stimmt zwar, trotzdem betrete ich gerade Neuland. Es ist eine Entdeckungsreise in ein Land, in dem mir zwar vieles bekannt vorkommt. Wie bei jedem anderen Text treffe ich auch hier auf gute Bekannte namens Frau Zielgruppe, Herr Konzept, Frau Struktur und Herr Ton. Ohne diese Reiseführer kommt am Ende nichts Brauchbares heraus.
Was neu ist, ist die Dimension. Betrete ich als Deutsche das erste Mal US-Boden, treffe ich auf vieles aus meiner Heimat - auf Autos mit oder ohne Stern auf der Kühlerhaube, auf Straßen mit oder ohne Schlaglöcher, auf Leute mit Einkaufstüten oder Aktenkoffern. Doch spätestens wenn ich eine Stadt oder ein Kapitel verlasse, fühle ich mich wie ein Stück Krümel auf einer Familienpizza XXL. Die Weite des Landes trifft mich mit Wucht, und ich brauche eine verlässliche Kompassnadel und eine gesunde Kondition, um nicht irgendwo im nirgendwo zwischen Endloswäldern und -feldern, Wüstenabschnitten und Absatzschluchten stecken zu bleiben.
Was ich schreibe? Als Ghostwriter-in verstehe ich mich auch auf die Kunst, an der richtigen Stelle zu schweigen. Doch wer weiß - vielleicht stoppen Sie an der richtigen Stelle und nehmen das Buch in die Hand, wenn Sie die Frankfurter Buchmesse im kommenden Oktober besuchen?
geschrieben am 29.12.2011 um 11:34 Uhr.

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